Der Verein gegen Haus- und Gassenbettel: Welche Ziele hat der Verein verfolgt?

Der erste Blick trügt. Die vielen Täfelchen, die noch vor einigen Jahren an den Haustüren zu finden waren, hatten nicht den Zweck, die zahllosen Bettler loszuwerden. Vielmehr hatte sich der Verein eine soziale Aufgabe gestellt.

Wie in den Statuten zu lesen ist, wurde 1883 in Appenzell der Verein gegründet:

Es bildet sich ein Verein, der sich verpflichtet, an Stelle eines Geldgeschenkes an die wandernden Handwerksburschen Naturalgaben zu verabfolgen. Hierzu zahlt jedes Miglied wenigstens jährlich 3 Franken. Jedes Mitglied erhält gratis ein Täfelchen mit der der Aufschrift: Mitglied des Vereins gegen Haus und Gassenbettel. Bei Austritt aus dem Verein ist das Täfelchen an den Vorstand zurückzugeben. Jedem mit richtigen Ausweisschriften versehenen und bedürftigen Durchreisenden wird das ganze Jahr hindurch halbjährlich einmal eine Gabe, evt. ein Nachtquartier, eine Morgensupppe und ein Stück Brot verabreicht. Über die Anspruchnahme des Ortsgeschenkes wie auch über die Herkunft der Reisenden ist ein genaues Protokoll zu führen. Das Umschauen nach Arbeit soll verboten werden, dagegen wird dem Durchreisenden Anweisung gegeben, wo Arbeit gefunden werden kann.

Uns interessiert vor allem die Zeit nach der Jahrhundertwende. Ein Zeitgenosse hat uns überliefert, dass nach 1920 und später Täfelchen in einer Eisenwarenhandlung gekauft werden konnten, um die Bettler abzuwimmeln. Leider konnten wir dazu keine Informationen finden.


Unsere Fragen:

  • Wer kann uns Auskunft geben, wie sich der Verein in späteren Jahren entwickelt hat?
  • Wer verfügt über Dokumente zum Vereinsleben? Die Führung des Vereins, die Fünfer-Kommission, hat sicher Protokolle und Jahresberichte verfasst.
  • In den 1930er Jahren wurde u.a. im Schlachthaus die so genannte Suppenanstalt geführt? Wer kann dazu Informationen beisteuern?
  • Unter welchen Umständen hat sich der Verein aufgelöst?

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